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Die Bundesregierung hat ein Gesetz erlassen, das sicherstellt, dass Arbeitgeber Sozialversicherungen für Minijob-Beschäftigte zahlen. Alle deutschen Industrien dürfen Mini-Jobverträge anbieten, aber die häufigsten Arten von Minijobs sind in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel und Hausarbeit. Bei einem so kurzen Zeitraum von 14 Tagen, so Oberthür, sei es auch möglich, “das Arbeitsverhältnis zum Zwecke der Seuchenbekämpfung vorübergehend auszusetzen”. Um jedoch sicherzustellen, dass der Sozialversicherungsschutz (Renten- und Krankenversicherung) abgedeckt ist, müsste das Gehalt weiterhin gezahlt werden. Abgesehen von der aktuellen regulatorischen Haltung der deutschen Politik können wir mittelfristig sicherlich eine weitere kreative Anpassung der Sozialpartner und Tarifverhandlungen sowie betriebliche Praktiken zur Förderung und Sicherung der Beschäftigung von festangestellten Fachkräften erwarten. Dies gilt insbesondere in einer Situation, in der qualifizierte Arbeitskräfte aufgrund der demografischen Alterung zu einer knappen Ressource werden, aber nach wie vor für das deutsche Produktionsmodell von wesentlicher Bedeutung sind. Die Sozialpartner sind in den etablierten Kernbereichen der deutschen Wirtschaft nach wie vor von großer Bedeutung. Dies gibt Arbeitgebern und Arbeitnehmern eine starke Rolle, entsprechend ihrer individuellen Marktposition zu verhandeln. Für die immer größere Marge des Arbeitsmarktes ist jedoch staatliches Handeln sicherlich von entscheidender Bedeutung.

Wenn die Sozialpartner nicht in der Lage oder nicht willens sind, zu handeln und einzugreifen, wird der Staat, d. h. durch politische Entscheidungen, an Bedeutung. Dies gilt für institutionelle Regelungen für atypische Beschäftigungsformen und für Fragen im Zusammenhang mit der Festlegung von Mindestlöhnen. Kurzarbeit bedeutet die vorübergehende Verkürzung der regulären Arbeitszeit aufgrund eines erheblichen Arbeitszeitverlusts. Dadurch arbeiten die Arbeitnehmer weniger Stunden als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart. Das kann auch bedeuten, dass Arbeitnehmer in Kurzarbeit vorübergehend überhaupt nicht arbeiten. In diesem Fall wird der Begriff “Null Kurzarbeit” verwendet. Eichhorst, W., Marx, P., Tobsch, V.: Atypische Beschäftigung in deutschlandweiten Berufen: Die Rolle der Ersetzung und Arbeitsmarktflexibilität.

In: Eichhorst, W., Marx, P. (Eds.) Non-Standard Employment in a Comparative Perspective, S. 29–51. Edward Elgar, Cheltenham (2015) Darüber hinaus darf das Arbeitsverhältnis nicht durch einen Kündigungsvertrag gekündigt oder gekündigt werden und der Arbeitnehmer darf nicht von Kurzarbeitsleistungen ausgeschlossen werden. Diese Entwicklungen sind ohne Berücksichtigung der sektoralen und beruflichen Veränderungen der letzten 10-15 Jahre kaum zu verstehen (siehe auch Eichhorst et al. 2015). Aus Tabelle 2 geht hervor, dass die Anteile der verschiedenen Formen der atypischen oder atypischen Arbeit in den einzelnen Wirtschaftssektoren unterschiedlich sind. Einige Sektoren sind in hohem Maße auf geringfügige Teilzeitarbeit (Privathaushalte, Wohnungs- und Gastronomie, sonstige Dienstleistungen), befristete Arbeitsverträge (Gesundheits- und Sozialdienstleistungen, aber auch Bildung), freiberufliche (Kunst- und Berufstätigkeiten) oder Leiharbeit (hier als separater Sektor klassifiziert) angewiesen. Bei nicht standardmäßigen Verträgen haben sich mittel- und langfristige Veränderungen einer gewissen Deregulierung am Rande des Arbeitsmarktes ergeben.

Diese Änderungen waren bedeutsamer als gesetzesmäßige Änderungen des Standardarbeitsvertrags, d. h. kündigungsschutz. Erstens wurden in den letzten drei Jahrzehnten, beginnend Mitte der 80er Jahre, befristete Arbeitsverträge schrittweise liberalisiert, wobei nur wenige kleinere Schritte Teile des Deregulierungspfades umkehrten. Derzeit sind befristete Verträge ohne Angabe eines triftigen Grundes in Deutschland für bis zu zwei Jahre mit der Möglichkeit von bis zu drei Verlängerungen legal. Seit 2000/01 ist es jedoch nicht mehr möglich, einen befristeten Vertrag mit demselben Arbeitgeber zu haben, wenn es in der Vergangenheit bereits eine befristete Beschäftigung gegeben hätte.